Wissenswertes über menschliche Haare

Wir haben jeden Tag mit unseren Haaren zu tun – wir waschen und frisieren sie, lassen sie schneiden oder wachsen. Aber die wenigsten von uns haben sich schon einmal genauer mit ihnen beschäftigt. Wie ist so ein Haar eigentlich aufgebaut? Wie wächst es? Und warum kommt es zu Haarausfall?

Der Aufbau der Haare

Das Haar wird in die Haarwurzel und in den sichtbaren Teil – den Haarstamm – unterteilt. Der Haarstamm (auch Haarschaft genannt) befindet sich außerhalb der Kopfhaut. Ihn unterteilt man wiederum in Ansatz, Längen und Spitzen. Die Haarwurzel ist der Teil des Haares, der sich in der Kopfhaut befindet.

Die Haarwurzel übernimmt die Versorgung des Haares. Dort entsteht auch das neue Haar. Die Haarwurzel ist in eine Hautfalte, den sogenannten Haarfollikel, eingebettet , welcher das Haar in der Haut verankert. Er sorgt dort dafür, dass wichtige Nährstoffe aufgenommen werden. Hier sitzt auch die Talgdrüse, die das Haar vor der Witterung schützt. 

Hauptkomponenten Deines Haares

Jedes Deiner Haare hat die gleichen Hauptkomponenten – die Schuppenschicht, die Faserschicht und den Markstrang.  

Die Schuppenschicht besteht aus fünf bis zehn Lagen schindelförmiger Zellen, die schuppenartig rund um das Haar angeordnet sind. Sie bilden die äußere Schicht des Haares, die man sich wie Tannenzapfen vorstellen kann. Bei gesundem Haar liegen die Plättchen eng am Haarschaft an und lassen das Haar glänzen. Im Laufe der Zeit und je nachdem, wie wir unser Haar zum Beispiel durch Hitze und Styling beanspruchen, blättern die Schuppen ab und werden brüchig. Dann wirken die Haare stumpf.

Spannende Fakten über lange Haare

Wusstest du schon?

Ein erwachsener Mensch hat etwa 100.000 einzelne Haare auf dem Kopf – der eine mehr, der andere weniger. Mit wieviel Haupthaar wir gesegnet sind, hängt von verschieden Faktoren ab, wie unserem Alter und unserer ethnischen Herkunft. Erfahre hier mehr darüber, wie schnell Haare wachsen und wie du möglichst schnell lange Haare bekommst.

Wie schnell wachsen Haare?

Die Tatsache, wie schnell die Haare wachsen, ist von verschiedenen Umständen abhängig, zum Beispiel von unseren Genen und unserem Hormonhaushalt. Der Durchschnitt beläuft sich dabei auf circa 1,0 bis 1,5 cm pro Monat. Im Schnitt wächst unser Haar also um etwa 0,03 bis 0,05 cm pro Tag und rund 12 bis 15 cm pro Jahr.

Neben physischen Einflussfaktoren spielt zum Beispiel auch die Tages- und Jahreszeit eine Rolle für das Wachstum unserer Haare: Tagsüber wachsen sie schneller als nachts und im Sommer schneller als im Winter.

 

Die berühmte Haaresbreite: Ein menschliches Haar ist etwa zwischen 0,05 und 1,0 mm dick. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Redewendung „um Haaresbreite“ noch einmal kräftig an Bedeutung, nicht wahr?

Der Haarzyklus – diese Phasen durchlebt ein Haar:

1. Wachstumsphase (Anagenphase)

  • In dieser Phase wird durch Zellteilung in der sogenannten Matrix ein neues Haar gebildet, das fortan stetig wächst. Dieser Prozess hält etwa zwischen zwei und sechs Jahren an. Die Dauer ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von diversen Faktoren wie bspw. dem Alter ab. Mehr als 80 Prozent der Haare auf deinem Kopf befinden sich im Normalfall in dieser Phase.
  • Die Anagenphase entscheidet über die Maximallänge der Haare: Je kürzer die Wachstumsphase, desto kürzer die maximale Länge der Haarpracht.

2. Übergangsphase (Katagenphase)

  • In der Katagenphase werden die Zellteilung sowie die Nährstoffversorgung des Haares eingestellt. Die Folge: Das Haar hört auf, aktiv zu wachsen, es löst sich von der Wurzel und verkümmert schließlich. Weil diese Phase lediglich 1 bis 2 Wochen andauert, befinden sich im Schnitt nur etwa 1 Prozent der Kopfhaare in diesem Stadium.

3. Ruhephase (Telogenphase)

  • Während der Ruhephase, die circa zwei bis sechs Monate dauert, fällt das alte Haar aus. Der Follikel regeneriert sich, die Matrix bereitet sich auf die nächste Wachstumsphase vor und beginnt wieder mit der Zellteilung. Rund 15 Prozent deiner Haare sind in der Telogenphase.
  • Danach schließt sich der Kreis und eine neue aktive Wachstumsphase beginnt– die Haarwurzel produziert ein neues Haar.

Haarwachstumsbremsen

Verschiedene Faktoren können dich von deiner Traumhaarlänge trennen:

Starker Stress über einen längeren Zeitraum kann sich negativ auf das Haarwachstum auswirken und kann sogar zu Haarausfall führen.

Übertriebenes Styling und das Bearbeiten der Haare mit einem Föhn, Glätteisen oder Lockenstab greifen die Haare an und können sie austrocknen. Also besser lufttrocknen lassen oder zuerst antrocknen und den Föhn anschließend nur aus einer gewissen Entfernung und auf niedrigster Stufe verwenden.

Qualitativ schlechte Haarbürsten können die Haare schnell angreifen. Lösen sich die Plastikkappen oben an den Borsten, kratzt das Metall die Haare förmlich kaputt. Um deine Haare zu schonen und Haarbruch zu vermeiden, ist eine gute Bürste also entscheidend.

Blondieren oder Färben kann die Haarstruktur ebenfalls negativ beeinflussen.

Fun Fact: Die längsten Haare der Welt

Die längste Haarpracht, die je gemessen wurde, trägt die Chinesin Xie Qiuping auf ihrem Kopf. Im Alter von 13 Jahren, das war 1973, ist sie zum letzten Mal beim Friseur gewesen. 2004 bekam sie schließlich ihren ersten Eintrag im Guinness Buch der Rekorde – mit einer Haarlänge von 5,627 m. Den Rekord „längste Haare der Welt“ hält sie bis heute. Abschneiden kommt für Xie Qiuping nicht in Frage – auch wenn ihre Haarpracht mit einem Gewicht von etwa 5 Kilogramm ein Risiko für ihre Gesundheit darstellt.

Übrigens: Ob du glattes oder lockiges Haar hast, hängt von deinen Haarfollikeln ab, also den Öffnungen auf deiner Kopfhaut, aus denen die einzelnen Haare herauswachsen. Je runder ihre Form, desto glatter das Haar. Sprich: Hast du lockiges Haar, sind deine Follikel sehr oval geformt.

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